Berufswahlorientierung

..... ist im Rhein-Erft-Kreis ein wichtiges Thema, das durch die Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ (KAoA) mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds noch zusätzlich an Bedeutung gewonnen hat.

Jährlich werden im Rhein-Erft-Kreis rund 4.500 Jugendliche aus der Schule entlassen – mit ganz unterschiedlichen Schulabschlüssen, ein kleiner Teil ganz ohne Abschluss. Ungefähr die Hälfte der Jugendlichen hat die Hochschulreife erreicht und entscheidet sich in der Regel für ein Studium, das im besten Fall auch erfolgreich abgeschlossen wird. Die andere Hälfte der Jugendlichen strebt nach der Entlassung aus der allgemeinbildenden weiterführenden Schule mehrheitlich danach, die eigene schulische Qualifikation zu verbessern und schlägt den Weg zum Berufskolleg ein. In einer Vielzahl von Bildungsgängen können dort berufliche Kenntnisse erworben und gleichzeitig ein höherer Schulabschluss erreicht werden. Für viele Jugendliche fällt erst danach der Entschluss, eine duale Ausbildung zu machen. Nur ein kleiner Teil der Schulabgängerinnen und -abgänger bevorzugt den direkten Weg von der allgemeinbildenden Schule in die Ausbildung.

Ausgelöst vom aufkommenden Fachkräftemangel und der Tatsache, dass viele der eingeschlagenen Bildungswege vorzeitig abgebrochen werden (z.B. Ausbildungs- und Studienabbrüche), wurde im Rhein-Erft-Kreis schon im Jahr 2007 beschlossen, allen Jugendlichen bereits in der Sekundarstufe I eine zielgerichtete und praxisnahe Berufsorientierung anzubieten. Damit war die Idee des Potentialchecks für Schülerinnen und Schüler aller Schulformen geboren, der in den Folgejahren von allen weiterführenden Schulformen im Rhein-Erft-Kreis angenommen wurde und mittlerweile auch landesweit als Basisbaustein der schulischen Berufsorientierung zum Einsatz kommt. Ab dem Schuljahr 2016/2017 gibt es ausschließlich eine zentrale landesweite Ausschreibung der Durchführung von Potenzialanalysen über die Landesgewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH). 

Seit 2012 beteiligt sich der Rhein-Erft-Kreis als Träger der Kommunalen Koordinierungsstelle Übergang Schule-Beruf an der Umsetzung der Landesinitiative KAoA, die vier Handlungsfelder in den Blick nimmt:

Mit der Auftaktveranstaltung zu KAoA im Rhein-Erft-Kreis im Oktober 2014 wurde der Schulterschluss zwischen den Akteuren aus Schule, Wirtschaft und Verwaltung auch für die Öffentlichkeit sichtbar und die Herausforderungen für die Region benannt:

Ab dem Schuljahr 2015/2016 steht die Online-Plattform www.berufsfelderkundung.de als Informations- und Buchungsportal für Berufsfelderkundungen allen Unternehmen und Schulen zur Verfügung.

Um die Umsetzung der Landesinitiative in der Region voranzutreiben und alle Akteure in den Prozess miteinzubeziehen, wurde die Gremienstruktur im Rhein-Erft-Kreis angepasst und die Netzwerkarbeit auf allen Ebenen ausgebaut. 

Ergänzend zu den Standardinstrumenten der Landesinitiative bietet der Rhein-Erft-Kreis in Kooperation mit der Stadt Bergheim alljährlich im September eine Ausbildungsbörse im MEDIO.Rhein-Erft in Bergheim an, begleitet von einem Rahmenprogramm mit Workshops und Informationsveranstaltungen.

Als weiteres Angebot für Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen ermöglicht der Rhein-Erft-Kreis als Hauptkooperationspartner das ProjektKomm auf Tour – deine Stärken, deine Zukunft, bei dem die Jugendlichen einen Erlebnisparcours durchlaufen und so spielerisch Impulse für ihre Berufsorientierung und Lebensplanung erhalten.

Durch die vielfältigen Aktivitäten und die gute Kooperation mit den regionalen Akteuren ist es inzwischen gelungen, das Thema Berufsorientierung im Rhein-Erft-Kreis fest zu verankern.